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Sarkoidose (Morbus boeck)

 

Sarkoidose ist eine Krankheit, die durch Bildung von typischen herdförmigen Granulomen gekennzeichnet ist und wird häufig auch Granulomatose genannt. Ein Granulom ist eine knötchenartige Neubildung aus Granulationsgewebe, die durch eine Aktivierung des Immunsystems verursacht wird. Bei der Sarkoidose können sich diese Granulome überall im Körper bilden und führen dann zu Störungen der jeweiligen Organfunktionen. Charakteristisch für die Granulome bei Sarkoidose sind der Nachweis von Epitheloidzellen, Riesenzellen und Makrophagen sowie das Fehlen einer zentralen Nekrose.

 

Die Erkrankung tritt meist zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr erstmals auf. Männer sind häufiger betroffen als Frauen. Es ist eine seltene Erkrankung, die sowohl akut als auch chronisch verlaufen kann. Sie befällt vorrangig Lunge und Lymphknoten, kann aber auch jedes andere Organ betreffen. Die Krankheitsursache ist bis jetzt nicht geklärt. In Deutschland wissen derzeit ca. 80.000 Menschen, dass sie unter Sarkoidose leiden. Weil diese Krankheit eine Vielzahl von Beschwerden verursachen kann und schwierig zu erkennen ist, gibt es wahrscheinlich wesentlich mehr Betroffene.

 

Symptome

Mehr als die Hälfte der Betroffenen hat keine Beschwerden. Deshalb wird die Krankheit oft zufällig entdeckt.

 

Weil fast immer die Lunge betroffen ist, kommt es am Häufigsten zu Husten und Atemnot. Auch Fieber, Leistungsabfall, chronische Müdigkeit und Gelenkschmerzen treten häufig auf. Es kann aber auch zu Veränderungen der Leberwerte, Milzschwellungen, Herzrhythmusstörungen, Lähmungserscheinungen, Hautknötchen (Erythema nodosum) oder Sehstörungen u.v.m. kommen.

 

Man unterscheidet:

 

1. Akute Sarkoidose:

Diese beginnt meist plötzlich, mit hohem Fieber, Gelenkschwellungen (meist der Sprunggelenke), Gelenkschmerzen und schmerzhaften rötlich-braunen Hautveränderungen an den Unterschenkeln.

 

2. Chronische Sarkoidose:

Die chronische Verlaufsform beginnt entweder völlig unbemerkt oder schleichend mit Abgeschlagenheit oder einem Leistungsknick. Organbezogene Beschwerden können ganz fehlen. Die Diagnose wird oft zufällig an Hand eines Röntgenbildes des Thorax gestellt.

 


Diagnose

Die häufigsten Untersuchungen zur Diagnosesicherung bei Sarkoidose sind:

  • Röntgen des Brustkorbes (Röntgen Thorax).
    So lassen sich Veränderungen im Lungengewebe und vergrößerte Lymphknoten im Brustraum erkennen.
  • Bei nachgewiesenem Lungenbefall erfolgt eine
    Überprüfung der Lungenfunktion einschl. Diffusionskapazitätmessung
  • Blutuntersuchungen, da es bestimmte Blutwerte
    gibt (z.B. ACE-Wert, BKS), die bei einer
    Sarkoidose verändert sein können.
  • Lungenspiegelung (Bronchoskopie), um eine Spülung der Bronchien durchzuführen (Bronchoalveoläre Lavage – BAL). Hierbei gewonnene Zellen helfen bei der Diagnosestellung. Gleichzeitig können hierbei Gewebeproben entnommen werden, die histologisch untersucht werden.
  • Gewebeproben aus einem betroffenen Organ werden feingeweblich (histologisch) untersucht.
  • Darüber hinaus kann eine Computertomographie des Brustkorbs durchgeführt werden, um Veränderungen der Lymphknoten zu erkennen und andere Erkrankungen der Lunge ausschließen zukönnen.